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Frauenemanzipation durch Migration?
bosnisch-herzegowinische Frauen und die Konsequenzen ihrer Flucht in den 1990er Jahren
Edma Ajanovic
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Birgit Sauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.10855
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30274.29484.462262-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die lange Zeit vernachlässigte Tatsache, dass Frauen auch alleine – nicht nur ,passiv‘ ihren Männern folgend – migrieren, fordert eine umfangreichere Auseinandersetzung mit den Veränderungen, die sich für Frauen nach der Migration ergeben. Die vorliegende Arbeit geht insbesondere auf den Zusammenhang zwischen Frauenemanzipation und Migration wie folgt ein: Zunächst erfasst sie – durch die Ableitung von emanzipationsrelevanten ,Kategorien‘ aus verschiedenen Theorien – den Begriff Frauenemanzipation. Diese Kategorien – Ausbildung/Erziehung, Körperkontrolle, ökonomische Partizipation/Ressourcenkontrolle sowie soziale Partizipation – stellen den analytischen Rahmen der Untersuchung der Erfahrungen von bosnisch-herzegowinischen Frauen über die Veränderung nach ihrer Flucht in den 1990er Jahren nach Wien dar. Der Vergleich der Erfahrungen vor und nach der Migration ermöglichte die Entwicklung von vier ,Typen von Emanzipationserfahrungen‘, welche durch die Merkmale ,berufliche Statusveränderung‘ (Veränderung in Beruf/Berufstätigkeit sowie Ausbildung) und ,partnerschaftlich-gesellschaftlichen Wahrnehmungsveränderung‘ (Veränderungen in Wahrnehmung über partnerschaftliche Arbeitsteilung, Ressourcenkontrolle, soziale Partizipation sowie Selbstwahrnehmung in der Gesellschaft) bestimmt sind. Die entwickelten Typen der Emanzipationserfahrungen bosnisch-herzegowinischer Frauen sind ,Migrationsemanzipation‘, ,Berufsemanzipation‘, ,emanzipierter Statuserhalt‘ sowie ,Berufsdegradierung‘ und unterscheiden sich vor allem entlang der (positiven bzw. negativen) Veränderungen im beruflichem Status, in der partnerschaftlichen Arbeitsteilung und Ressourcenkontrolle sowie in der gesellschaftlichen Selbstwahrnehmung. Mit der Typologie konnte gezeigt werden, dass die Flucht bosnisch-herzegowinischer Frauen nach Wien, Erfahrungen von beruflicher Weiterentwicklung, beruflichem Statuserhalt aber auch der beruflichen Degradierung hervorgebracht hat. Damit verbunden und auch von der Sozialisation (urban bzw. rural) der einzelnen Frauen abhängig, leitet sich die ,verbesserte‘ bzw. ,verschlechterte‘ Selbstwahrnehmung in der neuen Gesellschaft ab. Schließlich konnte auch gezeigt werden, dass die Emanzipationserfahrungen bosnisch-herzegowinsichen Frauen nicht durch die Nationalität der Frauen bestimmt sind, sondern anderen sozio-kulurellen Faktoren sowie individuellen Erfahrungen eine wesentlichere Bedeutung zukommt.
Abstract
(Englisch)
The fact that women do migrate – without being just passive followers of their husbands, fathers or other male relatives – has been long neglected. That is why the issue of migration and its effects on women has to be examined extensively. This paper is doing that by focusing on the relation between women‘s emancipation and migration. In the first place it defines ,categories‘ of emancipation – ,body-control‘, ,education‘, ,economical participation and control of resources‘ as well as ,social participation‘ – which represent the analytical framework of the empirical analysis. This analysis deals with the changes in the mentioned categories bosnian-herzegovinian women experienced after their migration to Vienna during the 1990s. With the comparison of the experiences before and after their migration four ,types of emancipation-experiences‘ – on the basis of the features ,changes in employment status‘ and ,changes in the self-perception of partnership and society‘ – could be defined. These are ,migrations-emancipation‘, ,employment-emancipation‘, ,emancipated status-hold‘ and ,employment-degradation‘. The differences among the defined types go especially alongside (positive or negative) changes in the employment status, the perception of the division of work in partnership, control of resources and the position in society. With the typology it was possible to show, that the migration of bosnian-herzegovinian women let them experience either an employment-status improvement, an employment-status hold or a degradation in employment. Their self-perception of their place in society is related to this too, whereby the changes in it also depend on the former socialization (urban or rural) of the interviewed women from Bosnia and Herzegovina. The final result was that the emancipation-experiences of bosnian and herzegovinian women are not determined by their nationality. Instead they are determined by other sociocultural factors as well as by individual experiences.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
emancipation of women migration Bosnia and Herzegovina
Schlagwörter
(Deutsch)
Frauenemanzipation Migration Bosnien und Herzegowina
Autor*innen
Edma Ajanovic
Haupttitel (Deutsch)
Frauenemanzipation durch Migration?
Hauptuntertitel (Deutsch)
bosnisch-herzegowinische Frauen und die Konsequenzen ihrer Flucht in den 1990er Jahren
Paralleltitel (Englisch)
Emancipation of women through migration?
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
161 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Birgit Sauer
Klassifikation
71 Soziologie > 71.31 Geschlechter und ihr Verhalten
AC Nummer
AC08343082
Utheses ID
9783
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
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