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Garantiertes bedingungsloses Grundeinkommen als Barometer für Anerkennung von informeller Arbeit anhand der sich zu dieser Thematik überschneidenden Artikel, die in der Deutschen Zeitschrift für Philosophie seit 1993 erschienen sind
Ilse Falschlehner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Manfred Füllsack
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.10882
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29292.74646.339662-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ein Aufsatz von Friedrich Kambartel, der in der Deutschen Zeitschrift für Philosophie 1993 erschienen ist, macht es möglich viele Fragen im Zusammenhang mit Arbeit und ihrer Anerkennung zu stellen. Friedrich Kambartel traf die Unterscheidung zwischen gesellschaftlichem Handeln im Sinne bezahlter Arbeit und privatem Handeln in den Familien. Er stellte fest, dass die bezahlte Arbeit in manchen Bereichen weniger wird, die informelle Arbeit im Gegensatz dazu schwieriger mit der konkreten Situation am Arbeitsmarkt in Einklang zu bringen ist. Eine Neubewertung des Arbeitsbegriffes durchzieht Artikel der Deutschen Zeitschrift für Philosophie, die sich mit Anerkennung von Arbeit beschäftigen einerseits, andererseits ist es möglich, einen Blick auf die Forschungsliteratur, die im Zusammenhang mit Arbeit steht, zu werfen. Friedrich Kambartel und Angelika Krebs sind der Ansicht, dass Familienarbeit insofern am gesellschaftlichen Leistungsaustausch teilnimmt, als ihr Wegfall Substitutionsbedarf erzeugen würde. Aus dieser Betrachtungsweise leitet sich die Forderung nach ihrer Anerkennung ab. Entlohnung allein sichert noch nicht die Würde von Personen und ermöglicht es noch nicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Friedrich Kambartel spricht vom Recht auf „symmetrische Teilhabe“ am gesellschaftlichen Austausch von Leistungen. Vom Recht, nicht dem „gesellschaftlichen Zwang zur Opferleistung zu unterliegen“. Dabei bezieht er sich ausdrücklich auf informelle Arbeit. Sein Rezept besteht in der Verkürzung der Erwerbsarbeitszeit. Susan Moller Okin sieht sowohl bezahlte als auch unbezahlte Arbeit als soziales Gut an. Soziale Güter sollten gleichmäßig verteilt werden. Nur so kann bei der nächsten Generation ein Gefühl für Gerechtigkeit entwickelt werden. Typische Frauenberufe sind keineswegs so familienfreundlich wie oft angenommen wird. Die Aufteilung von Arbeit in den Familien führt darüber hinaus zu einer Verzerrung der Wahrnehmung bei politischen und wirtschaftlichen Institutionen. Notwendige Entscheidungen und Fragestellungen finden oft gar nicht statt. Frauen mit Kindern im Vorschulalter haben so gut wie keine öffentliche Stimme. Die Ungleichheit innerhalb der Ehe ist durch die Ehe selber entstanden. Im Falle einer Scheidung fallen mangelnde Dienstzeiten und fehlende Fortbildungen abermals auf jene Frauen zurück, die die Karriere ihres Mannes möglich gemacht haben. Axel Honneth fragt, ob der Arbeitsmarkt auch die Aufgabe der sozialen Integration hat. Honneth meint, dass dies im Bereich der Mittelschichtkinder gut funktioniert. Er erkennt ein Reservoir an moralischen Prinzipien, die wir nicht aufgeben sollten. Verhaltensmuster, die am 88 Arbeitsmarkt das Leben erleichtern, etwa Höflichkeit, Pünktlichkeit, Ordnungsliebe, Gewissenhaftigkeit und andere Arbeitstugenden. Andererseits ist ein Strukturwandel im Bereich der Arbeitswelt nicht zu übersehen. Dieser Wegfall an Sicherheit ist in normativer Sicht problematisch, weil Selbstachtung und Lebensunterhalt lange Zeit aus dem Arbeitsplatz gewonnen wurden. Unter diesem Blickwinkel kann die Verteilung gesellschaftlicher Arbeit, also informeller Arbeit, und die Gewährung eines Grundeinkommens ins Auge gefasst werden. Was könnte ein Bedingungsloses Grundeinkommen innerhalb der Fragestellung dieser Diplomarbeit bewirken? Georg Vobruba hält durch die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens die Vergrößerung des Spektrums legaler Arbeitsplätze und den Ausbau des Sozialsystems für möglich. Durch Verkürzung der Arbeitszeit wäre der Zeitaufwand für informelle Arbeit weniger schwer aufzubringen. Veränderungen könnten sich nicht nur auf die wöchentlich aufzubringende Arbeitszeit beziehen, sondern überhaupt auf die Lebensarbeitszeit. Der Wechsel zwischen Zeiten der Beschäftigung und Zeiten der Arbeitslosigkeit würde nicht so sehr als leidvoll erlebt werden. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens aus der Sicht der sowohl am Bruttosozialprodukt als auch am Bruttonationalprodukt einbringend beteiligten Frau klingt nur teilweise verlockend. Lieselotte Wohlgenannt, Mitarbeiterin der Katholischen Sozialakademie Österreichs und Professorin an der Theologischen Fakultät Innsbruck, zählt viele Gründe für die Verwirklichung dieser Idee auf. Was sie nicht anführt, ist eine Prognose für die Aufrechterhaltung bzw. den Weiterausbau von Betreuungseinrichtungen im Rahmen der Kinder- und Altenpflege. Ein Grundeinkommen wäre für Frauen, die Betreuungsverantwortung übernommen haben, ohne jeden Zweifel von Vorteil, und ich bekenne mich im Rahmen meiner Forschungsfrage voll zu dieser Idee. Das Problem, das in der zukünftigen Schaffung von Horten, Kindergärten, Ganztagsschulen liegt, bleibt aber bestehen. Mit dem Hinweis auf die Entlohnung familientätiger Frauen könnte die Bereitschaft, öffentliche Einrichtungen zu finanzieren, sogar zurückgehen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Bedingungsloses Grundeinkommen Informelle Arbeit Familientätigkeit
Autor*innen
Ilse Falschlehner
Haupttitel (Deutsch)
Garantiertes bedingungsloses Grundeinkommen als Barometer für Anerkennung von informeller Arbeit anhand der sich zu dieser Thematik überschneidenden Artikel, die in der Deutschen Zeitschrift für Philosophie seit 1993 erschienen sind
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
88 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Manfred Füllsack
Klassifikation
08 Philosophie > 08.44 Sozialphilosophie
AC Nummer
AC08252763
Utheses ID
9807
Studienkennzahl
UA | 296 | | |
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