Detailansicht
Zimbabwe von der Unabhängigkeit zur Strukturanpassung
eine wirtschaftspolitische Bestandsaufnahme des ersten Jahrzehnts der Unabhängigkeit ; 1980-1990
Bernadett Ruth Pfarl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Walter Sauer
DOI
10.25365/thesis.1275
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29269.14367.874955-8
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit versucht eine Antwort auf die Frage zu geben, weshalb Zimbabwe nach einem Jahrzehnt der Unabhängigkeit ein Strukturanpassungsprogramm einführen musste. Diese, von IWF und Weltbank entwickelten Programme, werden von vielen Seiten kritisiert, selten eine Lösung der Probleme zu bringen, sondern sie häufig zu verschärfen.
Zimbabwes Ausgangslage 1980 war vielversprechend. Das Land besaß eine gut entwickelte Wirtschaft: Neben landwirtschaftlichen Produkten gab es einen wichtigen Bergbausektor und vor allem eine diversifizierte industrielle Basis, die außergewöhnlich war für Staaten südlich der Sahara (mit Ausnahme Südafrikas). Die Voraussetzungen für eine positive, wirtschaftliche Entwicklung schienen gegeben. Bei genauerer Betrachtung jedoch lassen sich Probleme erkennen, die ein Erbe der Kolonialzeit gewesen sind und erst gelöst werden mussten.
Das dualistische System der Kolonialzeit beruhte auf der Bevorzugung der weißen Minderheit auf Kosten einer schwarzen Mehrheit. Die Probleme, die sich daraus ergaben, waren sozialer, politischer und wirtschaftlicher Natur. Die Aufgabe der neuen Regierung bestand in der Umstrukturierung des politischen und wirtschaftlichen Systems in eine gerechtere Ordnung ohne Benachteiligungen. Dabei musste Rücksicht auf die Forderungen der schwarzen Bevölkerung, der weißen Minderheit aber auch der westlichen Welt genommen werden, die die Handlungsfreiheit des souveränen Staates einschränkte. Die koloniale Vergangenheit hat auch in der Ökonomie Abhängigkeiten vom Ausland geschaffen, die nun zu einem Problem wurden und der vielversprechende industrielle Sektor wies strukturelle Schwächen auf. Die Ausgangssituation war also durchaus problembehaftet.
Die Entwicklung der folgenden zehn Jahre war beeinflusst von einer Reihe interner und externer Faktoren.
Eine Landreform und ländliche Entwicklung hatte nicht in dem Maß stattgefunden, wie von der Regierung beabsichtigt. Im industriellen Sektor konnten die Probleme nicht gelöst werden. Der Mangel an Devisen schränkte die wirtschaftliche Aktivität ein und hatte ernsthafte Auswirkungen auf die Ökonomie. Internationale Unternehmen waren immer noch einflussreich und die Besitzverhältnisse hatten sich kaum geändert. Der Versuch der Regierung mithilfe dirigistischer Maßnahmen und staatlicher Kontrollen planend einzugreifen, wurde von den Unternehmen nicht gerne gesehen und bot keine Anreize für Investitionen. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben stark an: die soziale Infrastruktur wurde ausgebaut und verschiedene Programme mussten finanziert werden. In das Bildungs- und Gesundheitswesen wurde massiv investiert. Die südafrikanische Destabilisierungspolitik unterminierte die wirtschaftliche Entwicklung auf unterschiedliche Weise und verursachte immense Kosten. Um diese Ausgaben zu decken und den Wiederaufbau des Landes zu finanzieren, mussten Kredite aufgenommen werden. Die Verschuldung stieg stark an.
Zudem waren die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ungünstig. Eine weltweite Rezession minderte die Nachfrage, die Rohstoffpreise sanken und die Terms of Trade verschlechterten sich. Trotz einer Exportoffensive und einer sich verbessernden Handelsbilanz, konnten die Schulden nicht getilgt werden. Vor allem aber fehlte es an Investitionen. Am Ende des Jahrzehnts war Zimbabwe gezwungen ein Strukturanpassungs-programm (SAP) durchzuführen.
Dabei hätte es durchaus Alternativen zu den Programmen von IWF und Weltbank gegeben. Eine nach innen gerichtete Strategie mit einer Landreform und ländlicher Entwicklung als zentralen Elementen schien Erfolg versprechend. Dennoch entschied sich Zimbabwe für ein SAP, wobei es eine gewisse Selbständigkeit bei der Formulierung wahren konnte.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Zimbabwe Unabhängigkeit Wirtschaft Politik
Autor*innen
Bernadett Ruth Pfarl
Haupttitel (Deutsch)
Zimbabwe von der Unabhängigkeit zur Strukturanpassung
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine wirtschaftspolitische Bestandsaufnahme des ersten Jahrzehnts der Unabhängigkeit ; 1980-1990
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
181 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Walter Sauer
Klassifikation
15 Geschichte > 15.92 Afrika südlich der Sahara
AC Nummer
AC07043058
Utheses ID
990
Studienkennzahl
UA | 313 | 333 | |
