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Studie zu Wiener Porträtbüsten um 1800
ein Beitrag zum Klassizismus in Österreich
Roswitha Sycha
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ingeborg Schemper
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.1281
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29926.67395.428370-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der Kunstliteratur fanden Wiener Porträtbüsten des Klassizismus wenig Beachtung. Sie wurden als Bestandteil der Skulptur des Klassizismus gesehen oder im Zusammenhang mit der künstlerischen Tätigkeit eines Bildhauers erwähnt. Daher versuchte ich in meiner Arbeit die Porträtbüste als eigene Kunstgattung näher zu betrachten und einen repräsentativen und möglichst detaillierten Überblick der Wiener Porträtbüsten zu geben. Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts und die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts brachten sowohl in gesellschaftlicher als auch in geistiger Hinsicht große Veränderungen mit sich. Der Mensch, als Individuum, stand im Vordergrund des Interesses von Philosophie, Literatur und bildender Kunst. Eine bedeutende Stellung nahm das menschliche Bildnis ein. Die Porträtbüste gehörte zum öffentlichen und privaten Personenkult und wurde beispielsweise zu einem festen Bestandteil der Wohnumgebung der bürgerlichen Gesellschaftsschicht, die immer mehr an Bedeutung gewann. Franz Xaver Messerschmidt, Johann Martin Fischer, Franz Anton Zauner, Franz Klein, Leopold Kiesling, Josef Klieber, Johann Nepomuk Schaller und Josef Käßmann sind die bedeutensten Wiener Bildhauer dieser Zeit und schufen zahlreiche Porträtbüsten sowohl für den Wiener Hof als auch für private Auftraggeber. Die Italiener Giuseppe Ceracchi und Giuseppe Pisani arbeiteten vorübergehend in Wien. Pisani war vor allem für die Familie d’Este tätig und Ceracchi bekam mehrere Aufträge für Porträtbüsten vom kaiserlichen Hof. Die Zeit um 1800 war eine Zeit des Umbruchs, der bei der Gegenüberstellung der Büsten gut zu erkennen ist. Es gab noch vom Barock beeinflusste Büsten, zum Beispiel die Gerard van Swieten-Büste (Abb.14) von Messerschmidt, an der Antike orientierte idealisierte Büsten, siehe z.B. die Büste Kaiser Franz II. von Zauner (Abb.27) aber auch schon sehr naturalistische Darstellungen, beispielweise die Büsten von Franz Klein oder Schaller. Die Kostümfrage spielte auch eine wichtige Rolle und steht im Zusammenhang mit dem Auftraggeber. Der Kaiser wurde vor allem als römischer Imperator als Zeichen der Beständigkeit dargestellt. Der private oder bürgerliche Auftraggeber bevorzugte zeitgenössische Kleidung, siehe die Streicher Büste von Klein (Abb.33) oder die Wrbna Büste von Schaller (Abb.5). Der internationale Vergleich zeigt, dass diese Aufbruchstimmung in ganz Europa zu erkennen ist und dass es auf künstlerischer Ebene einen regen Austausch gab. Der Mittelpunkt der Kunstszene war damals Rom, wo die bedeutendsten Bildhauer dieser Zeit, Canova und Thorvaldsen lebten und arbeiteten, auch Einflüsse der französischen Porträtplastik (Houdon) sind festzustellen. Wien war zwar in der Zeit des Klassizismus nicht das künstlerische Zentrum Europas aber doch mit den aktuellen Strömungen vertraut, wozu die Werke Canovas in Wien sicher wesentlich beigetragen haben. Die Porträtbüsten reflektieren die damals unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten von der Antikenrezeption bis zum modernen naturalistischen Bildnis und sind vielleicht der signifikanteste Beitrag Österreichs zur Kunst des Klassizismus in Österreich.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Skulptur Klassizismus Porträt Büsten Wien
Autor*innen
Roswitha Sycha
Haupttitel (Deutsch)
Studie zu Wiener Porträtbüsten um 1800
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Beitrag zum Klassizismus in Österreich
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
147 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ingeborg Schemper
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.30 Kunstgeschichte: Allgemeines
AC Nummer
AC07037648
Utheses ID
996
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
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